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Büro Thorsten Reinicke
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Einleitung

Leitmotiv des Funktionalismus ist bekannterweise »Form follows Function« – die Form folgt der Funktion. »Seine Prinzipien sind Sachlichkeit, Sparsamkeit, konstruktive Klarheit, funktionale Korrektheit« *) – Architektur als Produkt der Formel »Funktion mal Ökonomie«. Aus der Nutzung ergibt sich die Gestalt, die mit industriellen Mitteln und klarer, einfacher Konstruktion zu bauen ist.

Aber auch die Nutzung selbst wird rein funktional gesehen. Es wird untersucht, was Menschen zum Leben benötigen, welche Bedürfnisse sie haben. Dies führte im Kleinen zu definierten Räumen für Essen, Schlafen, Wohnen usw., im Großen zu einer Trennung in reine Wohn-, Produktions-, Büro- und Einkaufsgebiete.

Niederschlag fanden diese Überlegungen unter Anderem in diversen Richtlinien für den Wohnungsbau, nach denen noch heute gebaut wird. In diesen Normen sind die einzelnen Räume, ihre Flächen und Belichtung, die erforderlichen Möblierungen und Einbauten, Stell- und Bewegungsflächen genau definiert und aufgelistet.

Für große Bauvorhaben werden Raumprogramme, für Flächen- oder Stadtplanungen Flächenprogramme erstellt, in denen Räume und Flächen mit klaren Funktionen bzw. Nutzungen belegt werden. Aus ihnen entstehen dann u.a. die Flächennutzungs- und Bebauungspläne.

Der Funktionsbegriff ist ja sehr vielschichtig. Funktionales Denken kann sich vielseitig auswirken:

– effektivere Vorgehens- und Bauweisen
– neue Baustoffe und -techniken
– Konstruktion und Statik
– verbesserte Haustechnik und Hygiene
– Verzicht auf Schmuck und Ornament
– ganz allgemein als Teil der »Moderne«

Dieser Text jedoch beschäftigt sich i.w. mit der »Funktion« der Nutzung, bzw. der Nutzung als »Funktion«. Die Nutzung steht an erster Stelle. Besteht kein Bedarf an der Nutzung eines Bauwerks, dann erübrigt sich i.d.R. das Bauwerk an sich, und infolge alle weiteren damit verbundenen Fragen.

*) aus dem dtv Atlas zur Baukunst

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